Jugendkongress AC26: Große, bunte Party mit „Kirchentags-Vibes“

16.06.2026

500 junge Menschen aus der Rheinischen Jugend trafen sich in Aachen – Politik, Bildung, Glaube und Spaß auf dem Programm

Publikum von hinten: Viele junge Leute sitzen vor einer Bühne
Zu Beginn und Abschluss des Jugendkongresses "AC26" kamen die rund 500 Jugendlichen auf dem Schulhof der Viktoriaschule zusammen. (Foto: A. Büker)

Jung, bunt und voll motiviert – so zeigte sich die evangelische Kirche am Samstag beim Jugendkongress „AC26“ in Aachen. Unter dem Motto „was dich bewegt“ gab es viele Workshops, Diskussionen und Mitmach-Angebote für die jungen Menschen, die aus dem ganzen Gebiet der Rheinischen Landeskirche angereist waren. Von der Podiumsdiskussion „Queer und politisch“ über einen Rave-Gottesdienst, Poetry Slam, Kunst, Wrestling und Workshops zum Beispiel zum Wehrdienst, Klimawandel oder KI hatte die Evangelische Jugend im Rheinland allerhand Themen zusammengestellt, die die Jugendlichen ansprachen. „Kirche kann auch anders, das sieht man hier“, sagte Pfarrer Oliver Joswig, und brachte es damit auf den Punkt. Denn wer Leute im Alter zwischen 14 und 27 Jahren begeistern möchte, muss auch ein Programm gestalten, das ihre Themen und Bedürfnisse aufgreift. Die Gruppe „Jugendgedöns“ aus dem Schleidener Tal machte also die Junge Kirche Aachen zum Techno-Club.

Oberbürgermeister Michael Ziemons spricht auf der Bühne, hinter ihm auf der Leinwand das Logo von "AC26".

Oberbürgermeister Michael Ziemons begrüßte die jungen Menschen und äußerte seine Freude, dass sie, teils mit weiter Anreise, nach Aachen gekommen waren.

Blick in den JuKi-Kirchraum von oben, mit vielen tanzenden Menschen

In der JuKi gab es am Nachmittag einen Rave-Gottesdienst, der vom "Jugendgedöns" aus der Evangelischen Kirchengemeinde Schleidener Tal gestaltet wurde.

Mädchen über buntes Bild gebeugt, verpustet Farbe mit Strohhalm

Beim Kreativ-Workshop ging es um Mal-Techniken mit "Wind", so zum Beispiel mit Strohhalmen, Föhn, oder die Gestaltung von Flaggen.

Schultüren, mit acht bunten Plakaten für Workshop-Angebote beklebt

In den Klassenräumen der Viktoriaschule gab es viele interessante Themen zur Auswahl.

Wrestling-Ring mit schwarzen Seilen und schwarz-weißem Boden, darin mehrere Jugendliche und ein Trainer

In einem echten Wrestling-Ring konnten die Teilnehmenden lernen wie der Sport funktioniert und erste Moves selbst ausprobieren.

Super Stimmung und coole Angebote

Dass die Idee, sich nach den Wünschen der jungen Teilnehmenden zu richten, gut ankam, bewiesen die vielen positiven Rückmeldungen, die den ganzen Tag über zu hören waren. Die 500 Tickets für den Jugendkongress waren schon vorher ausverkauft gewesen, und Jugendgruppen aus vielen Kirchenkreisen von Wesel im Norden bis „An Nahe und Glan“ im Süden waren nach Aachen gekommen. „Die Stimmung ist einfach super“, sagte zum Beispiel Gemeindepädagogin Heike Hyballa, die mit 20 Jugendlichen aus Hennef angereist war. „Die Fahrt hat sich gelohnt! Hier sind voll coole Angebote und gute Musik“, meinte eine Mädchengruppe aus Mettmann. Und Jugendliche aus Korschenbroich sagten: „Die Stände sind gut, der Rave war toll, und wir wollten auch gerne Sandra Hesch sehen. Vielleicht fahren wir jetzt im nächsten Jahr zum Kirchentag!“ 

Jugendliche mega motiviert

Der Vergleich mit einem „kleinen Kirchentag“ für Jugendliche war von den Veranstaltern durchaus beabsichtigt. Und funktionierte, wie viele Menschen bestätigten. „Es ist super hier, vor allem der Rave und der Poetry Slam, hier sind echt Kirchentags-Vibes“, sagte zum Beispiel eine Gruppe aus Köln, die sich in der Pause im Schulhof der Viktoriaschule auf großen Sitzsäcken ausruhte. Und Finja Schult, Gemeindepädagogin aus Essen, die zusammen mit der Aachener Jugendreferentin Britta Goerke einen Kreativ-Workshop leitete, sagte: „Ich erlebe mega motivierte Jugendliche und finde es cool, wenn Kirchentagsstimmung aufkommt. Das ist hier auf jeden Fall so!“

Ideale Bedingungen am Tagungsort

Organisiert wurde „AC26“ von der Evangelischen Jugend im Rheinland (EJiR) zusammen mit der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Aachen als Gastgeberin vor Ort. Tagungsort war das Dreieck aus evangelischer Viktoriaschule, der Jungen Kirche Aachen (JuKi) und einem Saal im Haus der Städteregion. So standen gleichzeitig ein Kirchraum, der Schulhof, große und kleine Veranstaltungs- und Werkräume und sogar eine Turnhalle zur Verfügung – in Kombination mit den sehr kurzen Wegen zwischen den Gebäuden ideale Bedingungen. 

Mitwirkende des Jugendkongresses mit Präses Latzel auf der Bühne

Zur Abschlussrunde auf der Bühne war auch der oberste Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland, Präses Thorsten Latzel (links), erschienen.

Präses Latzel spricht ins Mikrofon

"Wir müssen mehr Räume für junge Menschen schaffen, so dass sie ihre Ideen für die Zukunft einbringen können", sagte Präses Latzel am Ende von "AC26".

Workshop-Teilnehmende im Klassenraum, darunter Präses Latzel

Zuvor hatte der Präses am Workshop "Vom Geschöpf zum Schöpfer - Wir bewegen KI" teilgenommen und dabei etwas darüber gelernt, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und ob man ihr trauen kann.

Präses Latzel beeindruckt von Leidenschaft und Ideen

Auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, und die Mitglieder der Kirchenleitung Henrike Tetz und Henning Boeker nahmen an diesem Tag an je einem Workshop und an der Abschlussveranstaltung teil. „Ich freue mich, dass heute junge Menschen aus dem ganzen Gebiet der EKiR hier sind und bin beeindruckt davon wie viel Arbeit, Leidenschaft, Ideen und gute Laune hier drinstecken“, sagte Präses Latzel. „AC26 ist für mich inspirierend, toll und muss unbedingt wiederholt werden!“ Zum ersten Mal hatte der Jugendkongress, unter dem Namen „MH22“ im Jahr 2022 in Mülheim an der Ruhr stattgefunden. Wann und wo die nächste Auflage folgt, ist noch nicht entschieden. 

Beschenkt von diesem Tag

Für Carla Peekhaus, Vorsitzende der EJiR, war der Tag in Aachen auf jeden Fall ein voller Erfolg. „Es war super Teamarbeit und alle sind mit was Positivem rausgegangen“, sagte sie zum Ende der Veranstaltung. Der synodale Jugendreferent im Kirchenkreis Aachen und lokaler Haupt-Organisator Axel Büker war ebenfalls sehr zufrieden: „Vorbereitung und Zusammenarbeit waren toll, und wir konnten eine gute Mischung aus lokalen Angeboten und der großen Vielfalt der gesamten Evangelischen Jugend hier erleben“, meinte er. Superintendentin Verena Jantzen hatte sogar den ganzen Tag beim Jugendkongress verbracht, vom Auftakt-Gottesdienst bis zum Abschluss-Segen. „Es war ein großartiger Tag, voller Hoffnung und wunderbarer Begegnungen“, zog sie ein Fazit. „Ich denke, alle konnten den Tag sehr genießen und wir fühlen uns davon sehr beschenkt.“

(Text: Ev. Kirchenkreis Aachen / C. Braun)

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