Zur Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit der Trinitatis-Kirchengemeinde - Gründungsversammlung am Mittwoch, 14. Januar, um 19 Uhr im Gemeindehaus Hellenthal
Die Deutschen seien ein Vereinsmeier, so ein beliebtes Vorurteil. Doch manche Vereine haben heutzutage einen ganz anderen Hintergrund als Gesang oder Sport, Geselligkeit und Gemeinschaft. Gerade die Fördervereine bieten Institutionen eine beliebte Möglichkeit als Finanzierungsinstrument.
Wie auch der Förderverein für die Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Trinitatiskirchengemeinde Schleidener Tal. Am kommenden Mittwoch, 14. Januar, 19 Uhr, wird die Gründungsversammlung von „KiJu26“ stattfinden, wie er etwas griffiger heißen soll, im Gemeindehaus in Hellenthal stattfinden. Der Vereinszweck soll sein, Fördermöglichkeiten zu akquirieren, die einer Kirchengemeinde üblicherweise nicht zugänglich sind.
Vorbilder dafür gibt es reichlich, ob es der Förderverein für die Gemeinde Nettersheim ist oder der Förderverein, der explizit für die evangelische Kirchengemeinde in Hellenthal bestimmt ist. Die Idee, der Kinder- und Jugendarbeit der Protestanten in den Kommunen Kall, Schleiden und Hellenthal einen eigenen Förderverein an die Seite zu stellen, stamme gleich von mehreren Personen, erläuterte Pfarrer Oliver Joswig.
Denn auch in der evangelischen Kirche gehen, wie bei den katholischen Kollegen, die Einnahmen aus Kirchensteuern massiv zurück. „Wir müssen sehen, wie wir aktiv bleiben können“, sagte Joswig. Denn an Geld sollten gute Ideen nicht scheitern. So habe er sich intensiv mit dem Thema Fundraising beschäftigt, sprich neue Finanzierungsquellen für die kirchlichen Kernaufgaben aufzutun. Denn Fördergelder gebe es überall, aber zum einen gelte es, sie zu finden, zum anderen sei bei vielen Stiftungen die Förderung von Kirchengemeinden ausgeschlossen, sondern lediglich Vereinen vorbehalten. „Ich hatte einen konkreten Fall, in dem mir eine Stiftung auf einen Antrag geantwortet hat, dass sie das vorgestellte Projekt toll fänden, es auch dem Stiftungszweck entsprechen würde, sie aber leide eine Gemeinde nicht unterstützen dürften“, berichtete der Pfarrer.
Ein Blick in eine andere Gemeinde im Kirchenkreis Aachen habe gezeigt, was noch möglich sei. „Die Evangelische Kirchengemeinde aus Kornelimünster/Zweifall hat ebenfalls einen Förderverein für die Jugendarbeit gegründet“, sagte Joswig. Dessen Zweck sei allerdings eher auf die Unterstützung der hauptamtlichen Arbeit in der Coronapandemie gerichtet gewesen. Doch einige Passagen aus der Satzung dieses Vereins hätten übernommen werden können.
Auch aus der Satzung des Hellenthaler Fördervereins seien Teile verwendet worden. „Den konnten wir aber nicht für die Jugendarbeit einsetzen, weil die nicht nur auf Hellenthal begrenzt ist, sondern sich in der gesamten Gemeinde abspielt“, erklärte der Pfarrer. Zum Beispiel treffe sich der Kinderkreis in Kall. Der Hellenthaler Förderverein beschränke sich aber laut Satzung auf Projekte in Hellenthal.
Übrigens müsse niemand Angst haben, der die Gründungsversammlung besuchen wolle, dass er im Anschluss unversehens mit einem Vorstand nach Hause gehe, kündigte Joswig mit einem Augenzwinkern an. Denn für die Posten im Vorstand gebe es bereits Personen, die diese übernehmen könnten. „Was natürlich nicht heißt, dass jemand, der sich engagieren will, ausgeschlossen wird“, betonte er. Doch es sei seiner Meinung nach wichtig, dass bei einer Gründungsversammlung im Vorfeld gesichert sei, dass diese auch erfolgreich sei. Der Interessentenkreis für eine Mitgliedschaft umfasse zum Beispiel Eltern von Konfirmanden, aber auch ehemalige Konfis, die sich der Gemeinde verbünden fühlten. Er habe aber auch von älteren Gemeindemitgliedern gehört, dass diese den Verein unterstützen wollten.

Denn die Möglichkeiten, den Verein einzusetzen, seien umfassend. Dabei gehe es zum Beispiel auch um Veranstaltungen wie den Rave-Gottesdienst, der vor zwei Wochen in der Kirche in Hellenthal stattfand. Wichtig sei aber vor allem, was die Kinder und Jugendlichen für Ideen hätten. „Ich bin zuversichtlich, dass da noch einiges kommen wird“, so der Pfarrer. Auch die Unterstützung von Jugendfreizeiten sei ein möglicher Vereinszweck. Zum Beispiel gebe es den Auftakt der Konfirmandenfreizeiten, der traditionell im Klettergarten der Jugendherberge Hellenthal stattfindet. Der werde über den Haushalt der Kirchengemeinde finanziert und sei dort auch eingestellt. „Es geht auch um eine Entlastung des regulären Haushaltes plus die Finanzierung von anderen Dingen, die sonst nicht möglich wären“, führte Joswig aus.
Text: Stephan Everling
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